Aktuelle Webinar-Reihe auf hausarzt.medcram.de

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Umgang mit Asylsuchenden in der medizinischen Praxis

 

 

In einem aktuellen Bulletin vom 1.September 2015weist das RKI auf akut behandlungsbedürftige, für Deutschland ungewöhnliche Infektionskrankheiten hin, die bei Asylsuchenden auftreten können. Es setzt mit diesem Beitrag Eckpunkte für den unaufgeregten Umgang mit Asylsuchenden gesetzt  Tabellarisch aufgelistet sind Infektionen, die „in Deutschland nur selten auftreten UND mit einem akuten Krankheitsbild einhergehen, UND unbehandelt mit einer hohen Letalität einhergehen können UND eine lange Inkubationszeit oder einen langen Krankheitsverlauf haben, oder auf der Flucht erworben werden können“. Genannt werden hier u.a. Malaria, Fleckfieber, Typhus, Viszerale Leishmaniose sowie die weiter verbreiteten Erkrankungen Meningitis, Leptospirose oder Tetanus. Hier ist eine differentialdiagnostische Einengung über Herkunftsländer und Fluchtrouten immerhin in vielen Fällen möglich (siehe Tabelle des RKI).

Sehr viel häufiger auftreten können jedoch Herkunftsland-unabhängige Erkrankungen, wie z.B. Gastroenteritis, Atemwegserkrankungen, Krätze/Scabies oder eine Infestation mit Kleiderläusen (modifiziert nach RKI). Ebenso zu bedenken sind die bei uns genauso vorkommenden Virus-Infekte oder sogenannte Kinderkrankheiten aufgrund eines fehlenden oder unzureichenden Impfschutzes im Heimatland. Hier gilt: Impfschutz des medizinischen Personals überprüfen und ggf. rasch nachzuholen. Gleiches gilt für die Asylsuchenden: Basis Impfschutz ermöglichen (einschließlich Polio und Influenza). Wichtig:

Die Regeln der Standardhygiene sind generell bei jedem Patienten einzuhalten und Isolierungen gemäß Streupotential vorzunehmen. In Bezug auf multiresistente Erreger fallen bei notwendig werdender stationärer Aufnahme die meisten Flüchtlinge abgesehen von denjenigen aus den westlichen Balkanländern unter die Risiko-Gruppe nach RKI. Fazit: Auch in medizinischen Einrichtungen sollten Flüchtlinge ohne Vorbehalte aufgenommen und behandelt werden. Fairerweise sollten die Mitarbeiter aber gut geschult werden, um eventuell infektiöse Patienten identifizieren und angemessen erforderliche Schutzkleidung verwenden zu können. Quelle: BZH Freiburg, BZH GmbH Deutsches Beratungszentrum für Hygiene, www.bzh-freiburg.de


Mit Webinaren gut gewappnet gegen Hygienemängel und Infektionsrisiken 01.10.2015: ‚Hygienische Schwachstellen in der Arztpraxis aufspüren‘ (für Arzt und MFA!), 4 CME-Punkte Die Rechtsvorschriften zu diesem Thema sind umfangreich, ändern sich häufig und können oftmals nur schwer umgesetzt werden. Doch was ist für die Arztpraxis wirklich wichtig? Gehen Sie im Online-Seminar auf Spurensuche und decken Sie hygienische Schwachstellen im Umgang mit Patienten, der Hände- und Flächendesinfektion, bei MRSA-Verdachtsfällen sowie in der Prävention auf! 15.10.2015: ‚Potentielles Infektionsrisiko bei Asylsuchenden mit Update Reisemedizin‘, 4 CME-Punkte Das Online-Seminar informiert über mögliche Infektionen und Erkrankungen, zeigt Ansteckungsrisiken auf und nennt Wege zur hygienischen Vorsorge. Alle Webinare sind kostenfrei. jeweils 19.00 bis 20.30 Uhr, Referent: PD Dr. med. Sebastian Schulz-Stübner, Beratungszentrum für Hygiene Freiburg. Kostenfreie Anmeldung und Registrierung: http://hausarzt.medcram.de